Igel-FindlingeIgel-Findlinge

Igel sind Wildtiere und brauchen nicht immer Hilfe. Man sollte sie nur zu sich nehmen, wenn bestimmte Alarmzeichen sichtbar sind:

-Igel ist verletzt
-Igel ist sehr matt und schwach, hat halb geschlossen Augen
-Igel die tagsüber frei herumlaufen und träge wirken
-Igelsäuglinge mit geschlossenen Augen und Ohren die tagsüber weit
 entfernt vom Nest sind
-Wache Igel im Winter bei geschlossener Schneedecke oder Dauerfrost
-Igel die im November unter 500 g haben

Sofortmaßnahmen:

1. Den Igel aufwärmen (z.b. auf einer Wärmeflasche)
2. Futter und Wasser anbieten (zur Not genügt fürs erste Hundefutter)
3. Zum Tierarzt bringen (Gesundheitscheck, Parasitenbekämpfung)
4. Gewichtskontrolle

Unterbringung:

Das Gehege muss mind. 2m² groß und gut zum reinigen sein. Die Gehegewände müssen ca. 45 – 55 cm hoch sein. Am besten eignet sich Holz, es ist leicht zureinigen und stabil (kein Draht wegen Verletzungsgefahr).
Den Boden legt man mit Zeitungspapier aus, als Einstreu eignet sich in Streifen gerissenes Zeitungspapier.
Das Schlafhäuschen kann aus Karton bestehen und sollte ca. 30 x 25 x 20 cm groß sein.
Der Auslauf sollte abwechslungsreich gestaltet sein, zum Beispiel mit Klopapierrollen und größeren runden Kieselsteinen.

Fütterung:

Da Igel nachtaktiv sind sollte man Futter und Wasser am besten abends auswechseln.
Im Handel erhältlliches Igelfutter besteht aus verschiedenen getrockneten Insekten, enthält aber nicht alle Nährstoffe die der Igel braucht.
Katzen- oder Hundefutter eignen sich zur Ergänzung führen aber manchmal zu Durchfall.                                 

Igel-Deluxe-Mischung:

1 El Hundewurst
1 El getrocknete Insekten
1 Stück Banane
1 Tl Haferflocken
1 Tl geriebene Haselnüsse, Mandeln, etc.
1 Msp. Calcium
Ein paar Mehlwürmer

Überwinterung:

Vorraussetzungen dafür sind:
-Der Igel hat über 500g Körpergewicht
-ist gesund
-hat keine Parasiten

Die Winterschlafkiste zunächst in einen kühlen Raum (12- 14°C) stellen, dadurch werden Igel lethargisch und zeigen ein vermehrtes Nestbauverhalten. Ist das Winternest fertig gebaut die Kiste an einen kalten Ort stellen, sonst überlebt der Igel den Winterschlaf nicht:

-weniger als 5°C
-keine direkte Sonneneinstrahlung

Auch die Winterschlafkiste sollte einen Auslauf haben und Futter und Wasser sollten täglich bereitgestellt werden, da Igel aus dem Winterschlaf kurzzeitig aufwachen können. Ist der Igel allerdings mehrere Tage aktiv ist er gänzlich aus dem Winterschlaf aufgewacht und sollte wieder in eine wärmere Umgebung gebracht werden.

Vorraussetzungen zum Aussetzen im Frühjahr:

-Temperatur dauerhaft über 10°C
-Igel wieder gänzlich aufgewacht
-Ende April schwerer als 700 – 800 g/Gewicht höher als vor Überwinterung

Auswilderung:

Den Igel an einen geschützten Ort verbringen und noch einige Tage Futter anbieten. Igel gewöhnen sich meistens sehr schnell und unproblematisch an die neue Umgebung und können auch sehr schnell wieder allein überleben.